Ein Ödem ist eine Ansammlung von Flüssigkeit im Körper und kann durch verschiedene zugrunde liegende Erkrankungen verursacht werden. Es entsteht, wenn das Gleichgewicht zwischen der Zufuhr und dem Abfluss von Flüssigkeit im Gewebe gestört ist. Dies kann in verschiedenen Körperbereichen auftreten, wie in den Beinen, Füßen, Händen, Lungen oder im Bauchraum.
Symptome
• Schwellung der Haut, insbesondere um die Knöchel, Füße, Hände oder das Gesicht
• Druckempfindlichkeit oder ein Schweregefühl im betroffenen Bereich
• Straffe, glänzende Haut, die bei Druck eine Delle hinterlässt (Pitting-Ödem)
• Eingeschränkte Beweglichkeit der Gelenke aufgrund der Schwellung
• Rasche Gewichtszunahme durch Flüssigkeitseinlagerung
• Atemnot oder Schwierigkeiten beim Atmen (bei Flüssigkeit in der Lunge)
• Geschwollener Bauch (bei Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhöhle, auch Aszites genannt)
Ursachen
Ein Ödem kann durch verschiedene Erkrankungen verursacht werden, darunter:
• Herzinsuffizienz: Das Herz pumpt nicht genügend Blut, was zu Flüssigkeitsansammlungen in den Beinen oder der Lunge führt.
• Nierenerkrankungen: Die Nieren filtern das Blut nicht richtig, wodurch sich Flüssigkeit und Salze ansammeln.
• Lebererkrankungen (wie Leberzirrhose): Eine gestörte Eiweißproduktion und erhöhter Druck in den Blutgefäßen führen zu Flüssigkeitsansammlungen in Bauch (Aszites) und Beinen.
• Venöse Insuffizienz: Fehlfunktionen der Venenklappen verursachen Flüssigkeitsstauungen in den Beinen.
• Lymphödem: Eine Störung des Lymphsystems führt zur Ansammlung von Lymphflüssigkeit, insbesondere in Armen und Beinen.
• Schilddrüsenerkrankungen: Eine Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) kann eine verdickte, geschwollene Haut verursachen.
• Medikamenteneinnahme: Bestimmte Medikamente, wie Blutdrucksenker, Steroide und entzündungshemmende Mittel, können Wassereinlagerungen fördern.
• Längeres Sitzen oder Liegen: Eine verringerte Durchblutung kann vorübergehend zu Ödemen führen, insbesondere in den Beinen.
Diagnose
• Körperliche Untersuchung: Der Arzt beurteilt die Schwellung und überprüft, ob durch Druck Dellen entstehen.
• Blutuntersuchung: Zum Nachweis von Grunderkrankungen wie Nieren-, Leber- oder Schilddrüsenproblemen.
• Urinuntersuchung: Kann auf Nierenprobleme hinweisen, wenn Proteine oder andere Auffälligkeiten gefunden werden.
• Ultraschall oder Doppler-Untersuchung: Zur Beurteilung der Blutzirkulation in den Venen und dem Lymphsystem.
• Herzuntersuchung (EKG oder Echokardiographie): Zum Ausschluss oder zur Bestätigung einer Herzinsuffizienz.
• Röntgen oder CT-Scan: Kann Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge oder im Bauchraum nachweisen.
Behandlung
Die Behandlung von Ödemen hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab:
• Medikamente:
- Diuretika (Entwässerungsmittel) zur Entfernung überschüssiger Flüssigkeit.
- Blutdruckmedikamente bei Herz- oder Nierenproblemen.
- Entzündungshemmer oder Hormontherapie bei Schilddrüsenproblemen.
• Kompressionstherapie: Kompressionsstrümpfe oder Bandagen helfen bei venöser Insuffizienz oder Lymphödemen.
• Lymphdrainage: Spezielle Massagen können Lymphödeme lindern.
• Ernährungsumstellung:
- Salzreduktion, um Wassereinlagerungen zu begrenzen.
- Eiweißreiche Ernährung bei Lebererkrankungen.
• Physiotherapie: Bewegungsübungen zur Förderung der Blut- und Lymphzirkulation.
• Chirurgische Eingriffe: In manchen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, z. B. eine Bypass-Operation bei schweren Venenproblemen oder eine Nierentransplantation bei Nierenversagen.
Selbsthilfetipps
• Vermeiden Sie langes Sitzen oder Stehen, bewegen Sie sich regelmäßig zur Förderung der Durchblutung.
• Lagern Sie die Beine hoch, wenn Schwellungen in den Beinen auftreten.
• Trinken Sie ausreichend Wasser, um den Flüssigkeitshaushalt des Körpers zu regulieren.
• Reduzieren Sie den Salzkonsum, da Salz Flüssigkeitsretention verschlimmern kann.
• Tragen Sie Kompressionsstrümpfe, falls vom Arzt empfohlen.
• Achten Sie auf eine gesunde Ernährung mit ausreichend Eiweiß und Nährstoffen.
• Tragen Sie bequeme Kleidung, die die Blutzirkulation nicht einschränkt.
• Konsultieren Sie einen Arzt, wenn die Schwellung plötzlich zunimmt oder mit Schmerzen, Atemnot oder Gewichtsverlust einhergeht.
Ödeme aufgrund einer Grunderkrankung können auf ein schwerwiegenderes Gesundheitsproblem hinweisen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung können helfen, Komplikationen zu vermeiden und die Symptome zu lindern.

