Telogenes Effluvium ist eine vorübergehende Form des Haarausfalls, die nach Stress, einem systemischen Schock oder einem traumatischen Ereignis auftritt. Es ist gekennzeichnet durch einen beschleunigten Übergang der Haarfollikel von der Wachstumsphase in die Ruhephase, was zu übermäßigem Haarausfall führt. Dieser Zustand betrifft mehr Haare als normal und führt zu dünner werdendem Haar auf der gesamten Kopfhaut, ohne dass es sich um kahle Stellen handelt.
Symptome
- Übermäßiger Haarausfall: Das auffälligste Symptom ist ein verstärkter Haarausfall beim Bürsten oder Waschen der Haare.
- Haarverdünnung: Das Haar kann auf der gesamten Kopfhaut dünner erscheinen, aber der Haaransatz bleibt in der Regel unverändert.
- Verlauf: Die Erkrankung ist in der Regel vorübergehend, mit Haarausfall, der einige Wochen bis Monate nach einem stressigen Ereignis beginnt und von einigen Monaten bis zu einem Jahr andauern kann.
Ursachen
Telogenes Effluvium kann durch eine Vielzahl von Faktoren verursacht werden, die eine „Schockreaktion“ für das System darstellen, wie zum Beispiel:
- Schwere Stress: Emotionale oder physische Belastung kann diese Erkrankung auslösen.
- Krankheit oder Operation: Große chirurgische Eingriffe oder schwere Krankheiten können zu Haarausfall führen.
- Veränderungen im Hormonspiegel: Schwangerschaft, Menopause oder Schilddrüsenerkrankungen können zum telogenen Effluvium beitragen.
- Medikamente: Bestimmte Medikamente können Haarausfall als Nebenwirkung haben.
- Nährstoffmangel: Ein Mangel an essentiellen Nährstoffen kann ebenfalls Haarausfall verursachen.
Es sind keine spezifischen genetischen Faktoren bekannt, die direkt zu telogenem Effluvium führen, jedoch kann die individuelle Empfindlichkeit gegenüber den Auslösern variieren.
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel anhand der medizinischen Anamnese und Symptome gestellt. Der Arzt kann einen “Zugtest” durchführen, bei dem sanft an einer Haarklemme gezogen wird, um zu sehen, ob das Haar leicht herausfällt. Bluttests können durchgeführt werden, um zugrunde liegende Ursachen wie Hormonspiegel oder Nährstoffmängel zu identifizieren.
Behandlung
Die Behandlung des telogenen Effluviums konzentriert sich hauptsächlich auf die Behandlung der zugrunde liegenden Ursache:
- Stressmanagement: Techniken wie Achtsamkeit, Yoga oder Beratung können helfen, Stress abzubauen.
- Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung, die reich an Vitaminen und Mineralstoffen ist, unterstützt das Haarwachstum.
- Medikamentenanpassung: Wenn Medikamente die Ursache sind, kann der Arzt empfehlen, diese anzupassen oder zu ersetzen.
Selbstpflegetipps
- Sanfte Haarpflege: Vermeiden Sie enge Frisuren und Hitzebehandlungen. Verwenden Sie eine sanfte Bürste und mildes Shampoo.
- Ergänzungsmittel: Erwägen Sie Nahrungsergänzungsmittel wie Eisen, Vitamin D oder Biotin nach Rücksprache mit einem Arzt.
- Stress vermeiden: Suchen Sie nach Wegen, um Stress im Alltag zu reduzieren.
Sonstiges
Telogenes Effluvium ist eine häufige Erkrankung, die vorübergehend ist und mit der richtigen Pflege und Behandlung gut gemanagt werden kann.

