Krampfadern
Varizen (Krampfadern) sind häufige Veränderungen der Venen, die bei Frauen häufiger vorkommen als bei Männern. Sie gehören zu den häufigsten Gründen, warum Menschen ihren Hausarzt aufsuchen. Allerdings sucht nur ein Teil der Menschen mit Varizen tatsächlich medizinische Hilfe. Im Allgemeinen spricht man von Krampfadern, wenn deutlich sichtbare, blaue, verdickte oder tastbare, gewundene Venen in den Beinen vorhanden sind.
Die Anatomie der Venen
Das Venensystem in den Beinen besteht aus einem oberflächlichen und einem tiefen System.
- Das oberflächliche System besteht aus kleinen Venen, die als Netzwerk um das Bein verlaufen. Etwa 10-20% des Blutes aus diesem System sammelt sich in zwei größeren Hauptvenen: der Vena saphena magna (VSM) und der Vena saphena parva (VSP). Diese münden im tiefen System in der Leiste und hinter dem Knie.
- Das tiefe System führt 90% des Blutes ab und ist in den Beinmuskeln eingebettet. Über Verbindungsvenen (perforierende Venen) wird Blut vom oberflächlichen in das tiefe System transportiert.
Die Funktion der Venen
Venen sorgen für den Rückfluss des Blutes zum Herzen. Dies geschieht durch die Muskelpumpe, wobei die Muskelkontraktionen während der Bewegung das Blut in die tiefen Venen nach oben drücken. Die Wadenmuskelpumpe ist dabei am wichtigsten. Sogar beim Sitzen kann die Bewegung der Füße die Blutzirkulation fördern.
In den Venen befinden sich Klappen, die verhindern, dass das Blut zurückfließt.
Wie entstehen Krampfadern?
Wenn sich die Venen erweitern, schließen die Klappen nicht mehr richtig. Dies kann auch geschehen, wenn die Klappen beschädigt werden, zum Beispiel durch eine Thrombose. Dadurch entsteht ein Blutrückstau, was zu erhöhtem Druck und einer weiteren Erweiterung der Vene führt. Dieser Prozess setzt sich fort und verursacht Krampfadern.
Mehrere Faktoren spielen eine Rolle bei der Entstehung von Krampfadern:
- Erblichkeit – Krampfadern entstehen häufig aufgrund einer angeborenen Schwäche des Bindegewebes.
- Schwerkraft – Da Menschen aufrecht gehen, entwickeln sich Krampfadern hauptsächlich in den Unterschenkeln.
- Schwangerschaft – Hormonelle Veränderungen und der Druck des wachsenden Uterus auf die Venen erhöhen das Risiko für Krampfadern.
- Hormonelle Faktoren – Die Wirkung von Hormonen (z. B. die Antibabypille) ist noch nicht vollständig geklärt, aber viele Frauen erleben eine Verschlimmerung von Krampfadern während ihrer Menstruation.
- Berufe mit Stehen – Berufe, bei denen lange gestanden und gehoben werden muss (z. B. Friseure, Fabrikarbeiter), erhöhen das Risiko für Krampfadern.
- Thrombosebein – Eine frühere Thrombose kann tiefe Venen schädigen und zu erhöhtem Druck im oberflächlichen System führen, was Krampfadern verursacht.
- Übergewicht – Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit von Krampfadern aufgrund des zusätzlichen Drucks auf die Blutgefäße.
Welche Beschwerden gibt es?
Krampfadern können Beschwerden verursachen, darunter:
- Ein müdes, schweres oder drückendes Gefühl in den Beinen.
- Juckreiz, Kribbeln oder unruhige Beine.
- In seltenen Fällen Schmerzen oder Blutungen aus einer Krampfader.
- Ödeme (Flüssigkeitsansammlungen) um die Knöchel aufgrund schlechten Blutflusses.
- In schweren Fällen Pigmentflecken, Ekzem, Hautverdickung oder sogar ein offenes Bein (Ulcus cruris venosum).
Viele Menschen haben jedoch keine Beschwerden und empfinden Krampfadern vor allem als kosmetisch störend.
Wie wird die Diagnose gestellt?
Der Arzt beurteilt Krampfadern durch eine körperliche Untersuchung im Stehen. Weitere Untersuchungen werden durchgeführt, um die Funktion der tiefen Venen zu bestimmen und die beste Behandlungsmethode auszuwählen.
Wichtige Untersuchungen sind:
- Doppler-Untersuchung – Eine schmerzfreie Untersuchung, bei der der Blutfluss in den Venen mit Ultraschallwellen hörbar gemacht wird.
- Duplex-Untersuchung – Eine Kombination aus Doppler und Ultraschall, mit der die Funktion der Klappen und das Vorhandensein von Blutgerinnseln sichtbar gemacht werden.
Behandlungsoptionen
Krampfadern können auf verschiedene Weise behandelt werden.
- Kompressionstherapie
Elastische Verbände oder Strümpfe helfen der Blutzirkulation und lindern die Beschwerden. - Sklerotherapie (Venenverödung)
Die Krampfadern werden mit einer Flüssigkeit oder einem Schaum injiziert, die die Venenwände zusammenkleben, sodass sie schrumpfen. - Chirurgische Entfernung
- Ambulante Phlebektomie – Kleine Krampfadern werden unter örtlicher Betäubung über Mini-Inzisionen entfernt.
- Crossectomie und Stripping – Die Hauptvene wird an der Leiste oder hinter dem Knie durch einen kleinen Schnitt verschlossen und mit einem Draht entfernt.
- Endovenöse Techniken (Katheterbehandlungen)
- Radiofrequenzablation (RFA) und endovenöse Lasertherapie (EVLT) – Die Vene wird von innen mit einem Katheter verschlossen. Diese Methode ist weniger invasiv als das Stripping und ermöglicht eine schnelle Heilung.
Oft werden verschiedene Methoden kombiniert, um das beste Ergebnis zu erzielen.
Komplikationen
Die meisten Behandlungen verlaufen problemlos, aber mögliche Komplikationen sind:
- Blutergüsse und leichte Schmerzen nach der Behandlung.
- Hautverfärbungen und in seltenen Fällen Schäden an umliegenden Geweben.
- Sehr selten: Thrombose oder Lungenembolie.
Was können Sie selbst tun?
- Bewegen Sie sich regelmäßig, besonders Gehen hilft.
- Vermeiden Sie langes Stehen, Sitzen und übermäßige Wärme.
- Lagern Sie die Beine bei längerem Sitzen höher, um die Blutzirkulation zu fördern.
Was sind die Aussichten?
Der Erfolg der Behandlung hängt von der Ursache und dem Ausmaß der Krampfadern ab. Bei einigen Menschen kehren die Krampfadern nach einigen Jahren zurück, bei anderen bleiben sie langfristig verschwunden. Die Behandlung entfernt bestehende Krampfadern, verhindert jedoch nicht, dass neue Krampfadern entstehen.
Links: Besuchen Sie die folgenden Websites mit weiteren Informationen.
Englisch:
https://patient.info/heart-health/varicose-veins-leaflet

